[Rezension] „Denk an mich in der Nacht“ von Joanne Harris

Denk an mich in der Nacht von Joanne Harris
List Hardcover
432 Seiten
Preis 19,95€

Die Malerin Alice leidet unter der Trennung von ihrer großen Liebe Joe. Es wird nicht besser, als er mit seiner neuen Freundin zurück in ihre Nähe zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit der fast überirdisch schönen Frau. Als Alice bei ihr ein mysteriöses Tagebuch findet, ahnt sie, dass Joe und auch sie selbst in tödlicher Gefahr schweben: Es berichtet von Vampiren und ihrem blutigen Treiben. Alice weiß, dass sie den schrecklichen Fluch bannen muss, um Joe zurückzugewinnen. Eine fesselnde Geschichte über die dunklen Mächte in uns.

Meinung?
Der Klappentext des Buches klingt wirklich einladend und verspricht eine spannende Geschichte, die sich einfach weglesen lässt. Doch der Schein trügt. Denk an mich in der Nacht ist ein Buch für eher junge Erwachsene ohne Altersgrenze nach oben. Das Buch spielt in zwei verschiedenen Zeiten, denn es werden auch zwei Geschichten parallel erzählt. Einmal ist es Daniel, der Ende der 1940er Jahre aus einem Fluss eine wunderschöne Frau fischt, die kurz vorm Ertrinken war. Er selbst ist eher ein ruhiger und introvertierter Mensch und fühlt sich sofort von der unbekannten Schönheit in den Bann gezogen. Rosemary ist, wie könnte man es anders annehmen, kein Mensch. Daniel muss schnell einsehen, dass sie nicht die passende Frau für ihn ist. Als er Rosemary seinem besten Freund Robert vorstellt, merkt er schnell, dass ihre Zuneigung nur ihm gilt. Rosemary erscheint nach einer Weile für ihn seltsam und verhält sich auch so. Daniel fasst deshalb den Plan ihr zu folgen und entdeckt ihr Geheimnis. Jedoch bleibt sein Plan nicht geheim und Rosemary verwandelt ihn in ihresgleichen. Er leidet sehr darunter und hofft nur, dass sein bester Freund dieses Schicksal nicht auch ereilt. So setzt er sich das Ziel Robert vor Rosemary zu schützen.

Der zweite Teil der Geschichte handelt von der emotional labilen Alice. Sie ist Künstlerin und leidet nach einer schlimmen Trennung von ihrem Freund unter einer Schaffenskrise. Ihr Leben gleitet vor sich hin und sie ist nur Zuschauerin. Doch plötzlich nimmt alles eine Wandlung. Ihr alter Freund Joey befindet sich auf einmal wieder in ihrem Leben und zwar mit seiner neuen geheimnisvollen Freundin Ginny. Sie entdeckt Schriften über Daniel und dessen Liebe zu Rosemary und dem Spiel, welches sie mit seinem Freund getrieben hat. Die Frage ist nur wie dies alles zusammenhängt und ob Alice ihrem Geist trauen kann, denn Vampire gibt es nicht wirklich oder?

Die Geschichte nimmt Fahrt auf, wenn die beiden Handlungsstränge zusammentreffen. Ab diesem Moment wird es aber auch leicht verwirrend. Gerade wenn sich die beiden Ereignisse um die eine Person – Rosemary oder auch Ginny genannt – drehen, kann es zu Verwechslungen kommen. Dann wirken noch einige Nebenpersonen mit und die persönliche Geschichte von Alice und Daniel macht das Lesen nicht leichter. Vielleicht liegt es auch an dem etwas hölzernen Schreibstil. Ich hatte an manchen Stellen das Gefühl, als wäre sich Joanne Harris nicht ganz sicher in welche Richtung ihr Buch tendieren soll und an wen es gerichtet ist. Das Original Evil Seed wurde 2008 veröffentlicht, genau in der Welle aller Vampirromane. Auf der einen Seite mochte man wohl das junge Publikum auf die Seite holen, aber trotzdem ist der Schreibstil nicht dem Klischee eines Vampirromanes entsprechend. Und dieser Zwiespalt ist im ganzen Buch zu merken. Die Geschichte, wäre sie für Erwachsene geschrieben worden, hätte wirklich Potenzial. Doch den Spagat zwischen diesen beiden literarischen Welten schafft es nicht ganz.

Ein ganz großer Pluspunkt an diesem Buch ist die wundervolle Covergestaltung! Einfach wunderschön und es hat sogar einen Bezug zum Buch. Aber das müsst ihr selbst herausfinden.

Fazit Das Buch hatte alles in sich. Ob Spannung, Liebe und Verzweiflung, eine gut ausgedachte Geschichte oder außergewöhnliche Charaktere, alles war da. Leider aber auch zu große Sprünge in der Geschichte, Stellen, die man am liebsten überspringen mag oder einfach ein etwas schwieriger „Lesefluss“. Ich habe einige Zeit mit diesem Buch verbracht und wusste nicht so recht wie ich es einschätzen sollte. Deswegen gibt es von mir gut gemeinte 3,5 von 5 Sternchen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rezension veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: