[Rezension] „Brudermord“ von Holger Weinbach

Holger Weinbach – Brudermord (Eiswolf Sage 1)
Acabus
335 Seiten
Preis: 13,90€

Das Ostfrankenreich im Jahr 956: Es herrscht wieder Frieden im Reich König Ottos, nachdem im Vorjahr die ungarischen Horden erfolgreich auf dem Lechfeld geschlagen wurden. Doch die vermeintliche Ruhe trügt. Die noch vor wenigen Monaten einig hinter ihrem König stehenden Fürsten trachten danach, ihre Macht im Reich zu festigen und ihren Einfluss auszudehnen. Kaltblütig werden selbst gegen die eigene Familie Intrigen geschmiedet! Durch einen Verrat seines Bruders soll die gesamte Familie des Grafen Farold gemeuchelt werden. Einzig dem siebenjährigen Sprössling Rogar gelingt die Flucht in dieser Blutnacht. Traumatisiert und ohne Kenntnis über seine wahre Identität, wird er als Waisenkind unter dem Namen Faolán in das Noviziat eines Benediktinerordens nahe Neustatts aufgenommen, wo ihn der Abt und der Kellermeister vor den meuchelnden Fingern des Verräters zu bewahren versuchen. Auch die irdischen Mächte bleiben nicht untätig. Der junge Ritter Brandolf, der seinem Herrn Farold selbst nach dessen Tod treu ergeben ist, strebt danach, Rogar zu finden und zu seinem rechtmäßigen Erbe zu verhelfen. Zu diesem Zweck rufen er und sein Vater die höchste Instanz im Reich an, König Otto selbst, und beschuldigen Farolds Bruder öffentlich des Verrats. Doch der Herrscher hat weitreichende Pläne und benötigt hierzu schlagkräftige Vasallen … Unwissend über all diese Streitereien, lernt Faolán eines Tages das Mädchen Svea kennen. Von diesem Tag an beginnt sich sein Leben auf dramatische Weise zu wandeln. Sein bisheriges Weltbild gerät ins Wanken, als er sich seiner Liebe zu Svea bewusst wird. Faolán versucht alles in seiner Macht stehende, um das Mädchen wiederzusehen. Dabei begeht er einen fatalen Fehler, der seinen Häschern nach all den Jahren endlich eine Gelegenheit eröffnet, den wahren Erbe der Grafschaft ein für alle Mal aus dem Weg zu schaffen.

Meinung?
Es ist schon eine Weile her als ich dieses Buch gelesen habe. Ich muss gestehen, dass die Rezension für mich nicht einfach war. Ich habe immer wieder über meine Meinung gebrütet und mich gefragt, ob das Buch von mir richtig eingeschätzt worden ist. Ich habe in den letzten Tagen wieder in meinen Aufzeichnungen gewühlt und bin jetzt zu dem Entschluss gekommen, eine Rezension zu schreiben, die hoffentlich eine Meinung widerspiegelt, die dem Buch entspricht.
Dieses Buch ist das erste der Eiswolf Saga. In der Zwischenzeit sind schon weitere Folgebände erschienen. Zu Beginn meines Lesens war ich von der wundervollen bilderreichen Beschreibung der Umgebung und der Protagonisten begeistert. Es formte sich ein plastisches Bild in meinem Kopf, welches ich ohne Probleme hätte verfilmen können. Holger Weinbach legt viel Wert auf historische Genauigkeit und somit macht es das Buch auch zu etwas Besonderem. Meist wird in historischen Romanen die Zeit verklärt und als wundervoll romantisch und abenteuerlich dargestellt. Das entspricht der damaligen Realität leider gar nicht und nimmt mir meist die Lust weiter am Ball zu bleiben. In dem Buch ist dies aber nicht der Fall. Doch muss ich erwähnen, dass die Beschreibungen und die Genauigkeit im Laufe der Geschichte nicht nachlassen, was für mich, zum Teil anstrengend zu lesen war. Es war einfach zu viel. Es lässt keine eigenen Imagination zu und gibt ein absolut festes Szenario vor. Für mich ist es ein wichtiger Faktor eines guten Autoren dem Leser zwar einen beschriebenen Rahmen vorzugeben, aber auch die Fantasie spielen zu lassen. Das hat mir eindeutig gefehlt und hat es schwer gemacht viel an einem Stück zu lesen. Ein weiterer Grund für meine schwere Entscheidung zu einer eindeutig Meinung ist auch das Erzähltempo. Ich hasse es wie die Pest, wenn ein Handlung eines Buches langsam vorangeht und man Seiten weiterblättert und man sich immer noch in ein und derselben Szene befindet. Doch genauso schlimm ist es, wenn die Geschichte davonrast. Immer schneller wird und man beim „Lesen“ schon nicht mehr hinterher kommt. Wahrscheinlich bin ich nicht schnell genug um der Geschichte zu folgen, aber genau die Mischung zwischen zu vielen Bilder und zu schnellem Erzähltempo, machten es mir schwer das Buch entspannt zu genießen.
Allerdings machen diese Punkte nicht die Geschichte schlecht, die erzählt wird. Diese ist, für mich, gut konstruiert, interessant und hat genau die Spannung zwischen Romantik, Verzweiflung und liebevoller Hingabe für die Personen. Die ganze Story hat viele Wendungen und Geheimnisse. Es ist ein gelungener Erstlingsroman und verspricht in jeglicher Hinsicht richtig gut weiterzuentwickeln.
Ich möchte auf jeden Fall den nächsten Band lesen um zu sehen wie sich der Schreibstil entwickelt hat und wie es um Faolán weitergeht.

Laura

(Vielen Dank an den Acabus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.)
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