[Rezension] Nick Hornby – Small Country

Hornby – Small Country
Kiepenheuer & Witsch
158 Seiten
Preis: 16,99€

Eine Mutter erfährt, dass ihr Sohn Pornostar ist, weil eine gemeine Nachbarin ihr die Videocassette in den Briefkasten schmeißt. In Campina, dem kleinsten Land der Welt, wird Stefan gezwungen, in der Nationalelf mitzuspielen, weil es halt nur elf Männer in Campina gibt. Ein unheimlicher Videorekorder sagt die Zukunft voraus und ein Wachmann in einer Galerie muss auf ein Bild aufpassen, das auf den zweiten Blick provozierende Details preisgibt.
Mit einem unbestechlichen Blick für die Schrullen seiner Figuren erzählt Nick Hornby ironische, wahre, aberwitzige Geschichten, die dem Leser auf vergnügliche Weise zeigen, wie unberechenbar das Leben sein kann. Der für den deutschen Buchmarkt zusammengestellte Band enthält die Storys „Not a Star“, „Small Country“, „Otherwise Pandemonium“ und „NippleJesus“.

Meinung?
Hier kann ich einfach nicht unparteiisch reingehen. Ich mag Hornby’s Art zu schreiben, die kleinen Macken seiner Charaktere zu zeigen und sie in einer schrägen Situation zueinander finden zu lassen. Sein Blick auf die Menschen ist messerscharf und macht uns leider wieder einmal klar, dass wir nicht alle Tassen im Schrank haben.
Diese 4 Kurzgeschichten zeigen groß Hornby’s Fantasie sein kann, wie verschieden Menschen sind und in welche obskuren Situationen, die auf den ersten Blick an den Haaren herbeigezogen wirken, doch genauso irgendwo auftreten können.
Meine Favoriten unter den Geschichten waren „Not a Star“ und „Otherwise Pandemonium“. Das Geschehen ist zwar von allen vier Stories das unglaubwürdigste, aber genau das macht es aus. Eine Mutter, die durch einen Zufall entdeckt, dass das Gemächt ihres Sohnes gigantisch ist und er sein „Talent“ einsetzt und daraus sich ihrer Vergangenheit und Familie stellt – wie mag ich nicht verraten – oder der Rekorder, der die Zukunft und das „Weiße Nichts“ präsentiert. Was macht man wohl, wenn man weiß, dass die Welt bald ein Ende hat und man nichts dagegen tun kann?
Jede Geschichte ist in ihrer Schreibweise genau auf den Erzähler zugeschnitten. Jedem nimmt man das, was er erzählt ab, egal wie schräg die Geschichte ist.
Der Erzählstil ist wie immer gigantisch und es sprüht vor tollen Wortwitz.

Ich bin kein großer Fan von Kurzgeschichten, doch Hornby hat mich vielleicht ein kleines Stück davon überzeugt, mehr Kurzgeschichten zu lesen. Ein nettes Buch, welches ich gerne mit 4 Sternen belohnen mag.

Ein kleine Anmerkung habe ich aber noch. Für 158 Seiten einen Preis von fast 17 Euro zu nehmen, ist ganz schön happig. Die Bindung und Gestaltung ist zwar toll, aber das ist doch etwas viel.

Laura

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