[Rezension] „Anonyme Untote: Eine Zombie-Liebesgeschichte“ von S.G. Browne

Anonyme Untote: Eine Zombie-Liebesgeschichte
Anonyme Untote: Eine Zombie-Liebesgeschichte
S.G. Browne
Heyne Verlag 2010-07-12
Taschenbuch 384 Seiten

Wer wäre besser geeignet, um über den Zombiealltag zu sprechen, als Andy, der sich selbst in einen dieser vermeintlichen Widerlinge verwandelt hat? Seine Eltern verbannen ihn in den Keller, die Öffentlichkeit meidet ihn. Nur gut, dass es eine Selbsthilfegruppe gibt. Und nicht zu vergessen die – ehemals – attraktive Rita, die ein Auge auf ihn geworfen zu haben scheint. Eine durchgeknallte Satire – zum (Un)totlachen.

Wer wäre wohl besser geeignet als Andy um über den Alltag eines Zombies zu reden?

Wenn man durch die Straßen läuft und Leute vor Schock schreien, kleine Mädchen weglaufen, dann weiß man: Hier stimmt etwas nicht! So ging es auch Andy, der nach einem Verkehrsunfall zwar aufwacht, aber nicht mehr ganz lebendig ist, eher untot. Seit dem haust er im Weinkeller seiner Eltern, schaut miese Daily Soaps und betrinkt sich regelmäßig. Sein einziger Lichtblick ist das monatliche Treffen der „Anonymen Untoten“, welche dem Namen nach eine Selbsthilfegruppe für Zombies ist. Dort bespricht man seine Leiden und die Misshandlungen, die man so als Zombie durchleiden muss. Durch einen Zufall entdecken einige der Gruppe ein kleines Geheimnis wie man sich auch als Zombie besser fühlen kann und dadurch auch die Möglichkeit sich Gehör zu verschaffen.

Der Titel „Anonyme Untote: Eine Zombie-Liebesgeschichte“ hat mich eher auf ein komisches Werk eingestimmt, doch schon nach den ersten Seiten wurde mir klar, dass dem nicht so ist. Der Humor, wenn man ihn überhaupt so betiteln kann, ist schwarz, schwärzer, tiefschwarz. Andy erzählt den Alltag als Zombie mit viel Sarkasmus, der trotzdem nicht über die Missstände der Untoten hinwegtäuschen kann. Sie leben am Rand der Gesellschaft, werden gejagt, beworfen und haben keine Rechte. Die Protagonisten sind keine Zombieschönlinge, sondern verlieren auch gerne mal das ein oder andere Körperteil. Sie verwesen, stinken und sind langsam, also das klassische Zombiebild. Ich habe ja eher mit schicken Zombies gerechnet, da sich ja auch in den letzten Jahren das Bild des Vampirs vom Blutsauger zum Schönling und Helden geändert hat. Doch zum Glück fand ich so etwas nicht vor. Ein großer Bonuspunkt. Trotz ihres fortgeschrittenen Verwesungszustandes und ihrem doch unmenschlichen Aussehen lösen sie bei mir starkes Mitgefühl aus und zeigen wie die Gesellschaft mit Aussässigen umgeht.

Ein zwar lustiges Werk, was aber einen ziemlich bitteren Nachgeschmack beim Leser hinterlässt. Der Titel und die Buchrückentext sind nicht ganz mit dem Inhalt kompatibel, aber die Liebesgeschichte gibt es wirklich! 😉 Ein gutes Buch!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rezension veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Gedanke zu „[Rezension] „Anonyme Untote: Eine Zombie-Liebesgeschichte“ von S.G. Browne

  1. Huch, das klingt, alk wäre es ja doch was für mich!
    Inhaltlich hätte es mich jetzt nicht direkt angesprochen, aber deine Rezi klingt ausgesprochen gut! oo Das werd ich mal lieber auf meine Wunschliste setzen! ;D

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: