[Rezension] – „Die Nacht des Satyrs“ von Elizabeth Amber

Die Nacht des Satyrs
Die Nacht des Satyrs
Elizabeth Amber
Droemer/Knaur 2010-05-10 Broschiert 412 Seiten

Raine will sich nach seiner katastrophalen Ehe nie wieder einer Frau anvertrauen. Denn welche Frau könnte schon einen Mann lieben, der sich einmal im Monat in einen unersättlichen Satyr verwandelt? Doch Jordan ist keine gewöhnliche Frau – und sie hütet selbst ein pikantes Geheimnis.

Nachdem Nick seine Frau gefunden hat, muss nun auch der Zweite der Satyr-Brüder sein Glück versuchen und die bedrohte Tochter des Königs der Anderwelt finden. Seine Aufgabe ist es sie zu beschützen und zur Ehe zu bewegen. Raine ist leider nicht sehr begeistert von dieser Aufgabe, da seine vorherige Ehe mit einer irdischen Frau alles andere als glücklich gelaufen ist. Seine Andersartigkeit, die ihn bei jedem Vollmond zu einem Satyr mit ausgeprägten Sexverlangen werden lässt, war der Grund weswegen sie ihn aus Furcht verließ. Seitdem ist Raine verbittert über seine wahre Natur. Trotzdem begibt er sich auf die Suche nach ihr.

Sein Weg führt ihn nach Venedig in dem er durch Zufall in eine kuriose Vorstellung gerät. Ein mit Maske bekleidetes Wesen wird vor einem großen Publikum vorgeführt. Der Grund ist die Außergewöhnlichkeit dieses Geschöpfes, es ist ein Hermaphrodit.

Jordan ist besonders, nicht nur ihre körperlichen Merkmale, auch ihre Traumvisionen sind etwas besonderes. Ihr Leben wird von einem schrecklichen Handel, den ihre Mutter nach ihrer Geburt abgeschlossen hat, geprägt. Bei der Geburt kam Jordan mit den Merkmalen eins Jungen sowie eines Mädchens zu Welt. Um an das Erbe zu gelangen, muss sie sich als Mann ausgeben, obwohl sie sich weiblich fühlt. Der Arzt, der bei der Geburt geholfen hat, will dies für sich nutzen und besteht darauf sie jedes Jahr an ihrem Geburtstag als Anschauungsobjekt zur Verfügung gestellt zu bekommen, sonst verrät er ihr Geheimnis. Darauf willigt die Jordans Mutter ein.

Jordan ist durch all dies der Überzeugung, dass niemals ein Mann sie so akzeptiert wie die Natur sie geschaffen hat.
Doch dann passiert es, durch eine Fügung des Schicksals kann Jordan von ihren Peinigern fliehen und läuft Raine dabei in die Arme. Er nimmt sie mit sich in seine Unterkunft um herauszufinden, ob sie die Gesuchte ist. Lange versucht Jordan ihre Andersartigkeit vor ihm zu verbergen, doch genau das zieht ihn so an. Raine schafft es sie davon zu überzeugen sie zu sich auf das Weingut zu nehmen. Doch das Glück und die immer tiefer werdende Bindung zwischen den ihnen gerät in Gefahr. Feinde aus der Anderswelt bedrohen das Glück. Jordans Träume werden ihr zur Gefahr.

Der zweite Band dieser Reihe war für mich doch eine leichte Gewöhnung. Nicht nur das Thema, sondern auch die expliziten Beschreibungen der Untersuchungen waren außergewöhnlich. Die ganze Handlung hat sich aber gut in den Rahmen rund um die Aufgabe der Brüder und das Satyr-Gut eingefügt. Die beiden Hauptcharaktere allerdings waren gewöhnungsbedürftig. Der etwas unterkühlte Raine, der aber zum Schluss auch etwas Gefühl zeigt, aber sonst nur durch seine sexuellen Gelüste gegenüber Jordan wirklich zum Aufleben kommt, wurde mir während des Lesens nicht sehr sympathisch. Seine immer wiederkehrenden Selbstzweifel machen es schwer sich mit ihm verbunden zu fühlen. Auch bei dem Charakter Jordan muss ich ein paar Abstriche machen. Sie, die jahrelang so gedemütigt wurde, hat trotzdem die sexuelle Offenheit sich ihm immer wieder anzubieten. Ganz nachvollziehen kann man dies nicht. Aber nicht jede Handlung muss auch verstanden werden, denn über diese sollte man sich nicht all zu viele Gedanken machen. Es geht vor allem um Sex, aber dafür ist es auch ein Erotikroman.

Was man dem Buch zugutehalten kann, ist die ungewöhnliche Story. Bis jetzt ist mir kein Erotikroman unter gekommen, der Historisches mit mythischen Wesen und einer halbwegs akzeptablen Story zusammenbringt. Dabei ist Elizabeth Amber sehr experimentell, was ihre beschriebenen Praktiken angeht. Dies hat mir auch im ersten Teil gut gefallen.

Im Ganzen kann ich feststellen, dass der zweite Band an Qualität durch seine Charaktere verloren hat, aber seinem Handlungsmuster treu geblieben ist. Auf den dritten Band freue ich mich trotzdem schon.

Ich gebe 3 von 5 Punkten.


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