[Rezension] “Die Ameisenkolonie” von Jenny Valentine

Die Ameisenkolonie von Jenny Valentine
dtv Premium
220 Seiten
Preis: 12,90€

Als der 17-jährige Sam in London landet, will er vor allem eines: in Ruhe gelassen und von seinen Eltern nicht gefunden werden. Ein heruntergekommenes Haus, dessen Bewohner alle mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind, erscheint Sam als perfekte Unterkunft. Doch gerade als er sich in Sicherheit wiegt, tritt ihm die kleine Bohemia in den Weg. Das leicht verwahrloste Nachbarsmädchen hat sich ausgerechnet Sam zum Freund erwählt. Ehe er sich’s versieht, ist Bohemia ihm auch nicht mehr egal, und als sie verschwindet, versucht er alles, um sie zu finden. Auf seiner Suche bekommt er unerwartete Hilfe und am Ende sogar die Möglichkeit, sich mit seinem eigenen dunklen Geheimnis auszusöhnen.

Meinung?
Dieses Buch habe ich schon vor einer ganzen Weile gelesen und konnte aber nie richtig in Worte fassen wie es mir dabei ging. Anhand des Covers und vielleicht auch etwas am Klappentext, dachte ich eher an einen kleine spannende Jugendgeschichte ohne viel Tiefgang. Ich hätte nie gedacht, dass mich dieses Buch wirklich so berühren wird.
Es war eines der Bücher, die mir 2011 ein Gefühl der Geborgenheit, aber auch der Traurigkeit zwischen den Seiten gegeben haben. Davon mag ich euch jetzt mehr erzählen.

Die Geschichte ist einfach erzählt und doch so schwer in Worte zu passen. Aus zwei verschiedenen Sichtweisen wird die Geschichte aufgerollt: Sam, ein 17jähriger Junge, der nur von zu Hause weg wollte und so ausgerissen ist; aber auch von Bohemia, einem 10 jährigen Mädchen, welches mit ihrer Mutter Cherry keinen Platz findet, wo es sich zu leben lohnt. Cherry ist der Typ von Mensch, der unbeständig ist und sich überall Halt erhofft, meist an den falschen Männern. Kein Job kann sie behalten und ihr Kind zwar liebt, aber nie die richtigen Entscheidungen für ihr Wohl treffen kann.
Zu Beginn war ich etwas irritiert über die ganze Geschichte und so wirklich warm wurde ich nicht damit, aber je mehr Seiten ich las, desto mehr wurde ich mit der Geschichte eins. Wahrscheinlich war ich auch von diesem kindlichen Cover abgeschreckt und dachte nicht, dass in solch einem Buch solch eine Geschichte steckt.
Die ganze Story ist geschickt erzählt. Der Leser erfährt von den beiden Protagonisten Sam und Bohemia immer nur kleine Stücke der Geschichte, die beim Lesen immer wieder Fragen aufwerfen und neugierig machen auf die Lösung des Rätsels. Sam’s Geheimnis wird auf berühgrende Weise mit den Lebensgeschichten der anderen Bewohner im Haus verflochten und geben erst am Ende ein vollkommenes und schlüssiges Gesamtbild ab.
Der Erzählstil von Jenny Valentine ist für ihr Genre und die Zielgruppe genau richtig, aber kann auch ältere Leser – wie mich – begeistern. Denn sie versteht die kindliche Sichtweise mit einer aufrichtigen erwachsenen Erzählweise zu verbinden, die in keinem Fall anstrengend wirkt. Man genießt die Worte, die die Geschichte bilden. Trotz des kindlichen Tons bleibt die Traurigkeit und das Schicksal, die Einsamkeit und Angst jedes einzelnden Protagonisten nicht verborgen. Das ganze Gesamtkonzept macht das Buch so einzigartig.
Zum Titel noch eine kleine Anmerkung. Zuerst dachte ich, dass dieser eher schlecht gewählt, doch der Zusammenhalt und die Lösung des “Problems” am Ende des Buches machen klar, weswegen der Titel so gut passt. Alle müssen zusammenarbeiten und wenn nur ein Rädchen fehlen würde, dann würde das ganze Unterfangen nicht zu bewältigen sein. Genauso wie in einer Ameisenkolonie. Jeder hat seine Rolle und seine Aufgabe.

Was macht das Buch als so lesenwert? All die Eindrücke und kleinen Besonderheiten, die ich aufgezählt habe. Ich finde, es ist ein Muss dieses Buch zu lesen. Für mich war es 2011 eines der besten Bücher. Volle Sternzahl!

5 von 5 Sternen.

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